Forschung

In unserem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern mit zerebro-vaskulärem Schwerpunkt werden wissenschaftliche Fragestellungen zur Vorbeugung von Schlaganfällen, zu Diagnose, Therapie und Erholung nach einem Insult bearbeitet. Sowohl klinische als auch Grundlagenforschung werden am Schlaganfall-Zentrum Zürich in Zusammenarbeit mit der Universität und der ETH Zürich durchgeführt.

Neurorehabilitations-Forschung

Der wissenschaftliche Fokus liegt auf der Erholungsforschung nach Schlaganfall und Hirnverletzung. Wir untersuchen die Mechanismen, die für die Erholung verantwortlich sind und wie man diese in der Behandlung nutzen kann. Wir entwickeln neue diagnostische Verfahren, mit denen die Defizite und Erholung von Sprache, Bewegung und Denken gemessen werden können. Wir untersuchen neue Therapieansätze, insbesondere Trainingsverfahren und Medikamente bzw. Interventionen, um das Training zu unterstützen. Der Schwerpunkt unserer Arbeiten liegt dabei auf dem Belohnungssystem im menschlichen Gehirn, wie dieses zur Erholung beiträgt und wie man es gezielt nutzen kann, um die Erholung zu unterstützen.

Bildgebungsunterstützte Schlaganfall-Forschung (Dr. med. Susanne Wegener)

Wir möchten mithilfe von modernen Bildgebungsverfahren aus Magnetresonanz-Tomographie (MRT) und Computer-Tomographie (CT) herausfinden, welche Patienten in der Akutphase am meisten von den verfügbaren Therapien profitieren und bei welchen besondere Vorsicht vor Nebenwirkungen geboten ist. Unser Ziel ist es, Bildparameter zu definieren, die Therapieansprechen und Erholung vom Schlaganfall für den Patienten individuell voraussagen. Auch Ultraschalldiagnostik soll hier einfliessen. In einem weiteren, experimentellen Projekt arbeiten wir daran, die Ursache von kognitiven Störungen nach Schlaganfall besser zu verstehen. Diese führen häufig dazu, dass Patienten trotz guter motorischer Erholung Schwierigkeiten haben, wieder in ihren Alltag zurückzufinden. Mittels Mangan-verstärktem MRT werden in einem Schlaganfall-Modell funktionell bedeutsame Verbindungen zwischen dem im Schlaganfall betroffenen sensomotorischen System und dem für Gedächtnisfunktionen bedeutsamen Hippocampus-Netzwerk untersucht.

Biomarkerunterstützte Schlaganfall-Forschung (PD Dr. med., MSc, Mira Katan Kahles)

Blut-Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die sich objektiv im Blut messen lassen. Sie können auf einen normalen biologischen oder krankhaften Prozess im Körper hinweisen. Wir untersuchen, ob bestimmte Blut-Biomarker (z. B. Proteine, Hormone, Metabolite) Aufschluss geben können über die Ursachen eines Schlaganfalls. Und wir untersuchen, ob sie uns helfen können bei der Diagnose-Stellung und der individuellen Prognose-Einschätzung von Schlaganfall-Patienten. Mithilfe von neu entdeckten Blut-Biomarkern sollen so der Therapieprozess von Schlaganfall-Patienten wie auch die Prognose optimiert werden.

Grundlagenforschung im Tiermodell (Dr. med. Jonas Hosp)

Wir erforschen im Tiermodell (Ratte) die biologischen Mechanismen, welche dem motorischen Lernen sowie der Neuro-Rehabilitation nach einem Schlaganfall zugrunde liegen. Vor Kurzem gelang uns die Entdeckung einer Faserbahn, welche die motorische Hirnrinde mit dem Neuro-Transmitter Dopamin versorgt und für ein funktionierendes Bewegungslernen unerlässlich ist. Dopamin ist ein Botenstoff, der eine essenzielle Rolle für das Motivations- und Belohnungsempfinden spielt. Ziel der aktuellen Forschung ist es herauszufinden, unter welchen Umweltbedingungen die Dopamin-Freisetzung in der motorischen Hirnrinde erfolgt und inwieweit dieser Mechanismus genutzt werden kann, um die Effektivität der Rehabilitation bei Schlaganfall-Patienten zu erhöhen.